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Hotels of Your Favour

 

Mythos Ferrari

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Der Wow! Faktor

Das Rezept ist auf den ersten Blick scheinbar einfach: Man nehme einen großen Topf voller Finanzmittel, suche eine einzigartige Location und stelle darauf ein Luxushotel. Damit wäre eigentlich das Wichtigste getan.

Mitnichten! Wo bleibt bitte bei dieser Mixtur der Gast, der eigentlich darüber entscheidet, ob das Menu gelungen ist? Der Reisende von heute ist verwöhnt und seine Ansprüche steigen stetig. Interessante Destinationen, aufmerksamen Service und eine gute Lage haben viele der Tophotels, aber fehlt da nicht ein besonderer Akzent? Das Zaubermittel, um sich von der Konkurrenz abzuheben, heißt oft Design - zeitgenössische Architektur und ein außergewöhnliches Ambiente, das den Aufenthalt zum Erlebnis machen soll.

Es gilt den Wow!-Effekt zu erzeugen und den Gast mit neuen, kreativen Ideen zu beeindrucken. Die Meister, die diese Kunst beherrschen, sind Innenarchitekten wie Philippe Starck, deren kreative Ideen in vielen Hotels der Extraklasse zu bestaunen sind. Die Morgans Hotel Group hat mit den Mondrian Hotels in Los Angeles und South Beach Miami einige ihrer beliebtesten Häuser in den Staaten. Das „Sanderson“ in London ist schon ein Klassiker unter den von Philippe Starck gestalteten Hotels, das „Leon’s Palace“ in Rom strotzt vor Marmor und Kristall und das „Meurice“ in Paris hat den Spagat gewagt, die barocke Substanz mit den Stilelementen von Starck erfolgreich zu verbinden.

Das Pariser Hotel „Costes“, ein Treffpunkt der Künstler und auch Lebenskünstler trägt wiederum die Handschrift von Jacques Garcia und sogar die Palastikone „La Mamounia“ in Marrakesch hat ihre orientalische Einrichtung im Zuge der Renovierung mit den Entwürfen des eigenwilligen Franzosen Garcia ersetzt. Das Ergebnis ist nicht jedermanns Sache, aber der Überraschungseffekt erfüllt den Zweck.

Die Viceroy Gruppe setzt sich mit gewagten Farbkombinationen und geometrische Linien, gepaart mit klassischem Komfort, wohltuend von einigen anderen Hippen Hotels in der Karibik ab, diese Idylle auf Anguilla ist das beste Beispiel dafür.Ganz konsequent setzt Starwood mit dem Brand „W-Hotels“ Design um. „W“ ist zu einem Markenzeichen der extraklasse geworden, die Zielgruppe ist klar definiert: Gäste, die moderne Architektur gepaart mit innovativen Elementen schätzen, ohne auf die klassischen Tugenden im Gastgewerbe verzichten zu müssen.

In der Glitzerwelt der Erfolgreichen und Vermögenden steht Lifestyle ganz oben auf der Scala der Wertvorstellungen. Für Mode werden Milliarden ausgegeben, eine lohnende Branche, ganz besonders im Luxusbereich. Mittlerweile haben die großen Namen der Modewelt auch die Hotellerie für sich entdeckt. Wenn Modelabels Hotels erobern, ist es wie bei einer Show in Samt und Seide, eine Präsentation, die anstatt auf dem Laufsteg in den Hotellobbys stattfindet.

Modeschöpfer wie der verstorbene Gianni Versace beschränken sich längst nicht mehr nur auf Fashion, Schmuck, Parfums und Geschirr. Mit seiner Privatvilla in Miami, das heutige „Villa By Barton G.“ Hotel hatte der exzentrische Italiener den Grundstein für die Versace-Hotels gelegt. An der australischen Gold Coast steht das „Palazzo Versace“, ein fast dreihundert Zimmer großes Gebäude, das bis ins kleinste Detail nur Versace „trägt“. Stoffe, Geschirr, Mosaiken und Kacheln, alles stilecht aufeinander abgestimmt und passend zu den Outfits, die manche versacegestylten Gäste tragen. Das nächste Projekt wird in Dubai am Dubai Creek gebaut.

Vom edlen Schmuck und teurem Parfum zum extravaganten Hotel hat es auch Bulgari geschafft. In der Modestadt Mailand betreibt Bulgari in der Nähe des Botanischen Gartens ein cooles Hotel, das junges Publikum anzieht und auf Bali setzt man auf den prestigeträchtigen Namen. Die Familie Ferragamo betreibt in Florenz einige feine Boutiquehotels und hat einen der exklusivsten Weingüter mit Golfclub in der Toscana. Moschino hat in Mailand im „Maison Moschino“ sein „Atelier“ mehr oder weniger nachgestellt, mit sehr kreativen Dekorationen und Gags. Missoni versucht in Zusammenarbeit mit der Rezidor Gruppe seine Fachkompetenz in der Verarbeitung von Textilien erfolgsversprechend mit Hotels in Edinburgh, Kuwait und dem Oman unter Beweis zu stellen. Vom Zick-Zack Muster bis zum Blumendekor ist alles vertreten, zum Teil in etwas zu gewagten Farbzusammenstellungen und zu gut gemeinter Konsequenz.

Nicht zuletzt hat Georgio Armani eine der spektakulärsten Locations der Welt, den Burj Khalifa in Dubai, für sein erstes Hotelprojekt ausgesucht. Auf mehreren Etagen ist hier ein minimalistisch gestyltes Hotel entstanden, das mit den erlesensten Naturmaterialien ausgestattet ist. Einziges Manko - man kann die Vorzüge des höchsten Gebäudes der Welt nicht genießen, das Hotel ist in den unteren Stockwerken des Turms und hat nicht die erwartete spektakuläre Sicht auf die Stadt, wie es z.B. im "Ritz-Carlton" in Hongkong oder das "Grand Hyatt Shanghai" im Jin Mao Tower bzw. das "Park Hyatt" im Shanghai World Financial Center der Fall ist. Die geplante „Isla Moda“ auf einer der künstlichen Inseln von „The World“ in Dubai liegt zurzeit auf Eis, aber es ist nicht ausgeschlossen, dass wir dort eines Tages weitere große Namen aus der Modewelt an der Hoteltür lesen.

 

Herzlichst

Paraphe

Ihre Annetta Becker